Rheintaler Flurgänge diskutieren Leguminosenanbau

Wie lassen sich Ackerbohnenkäfer austricksen, Unkrautdruck senken und gleichzeitig Boden und Biodiversität stärken? Der Bio Ackerbauring Ostschweiz ging diesen Fragen in zwei Flurgängen nach – mit spannenden Mischkultur-Versuchen, innovativen Drohneneinsätzen und einem offenen Austausch über das Potenzial regionaler Eiweisspflanzen.
BARR Flurgang 2025

Im vergangenen Jahr organisierte der Bio Ackerbauring Rheintal zwei Flurgänge.

Flurgang in Weite


Im Zentrum des Flurgangs in Weite stand ein aktueller Versuch zum Mischanbau von Ackerbohnen – mit dem Ziel, Schäden durch den Ackerbohnenkäfer zu reduzieren und gleichzeitig ökologische Vorteile zu nutzen.

Der Ackerbohnenkäfer verursacht erhebliche Qualitätsverluste. Der laufende Versuch untersucht zwei Strategien:
– Ackerbohne + Hafer: Der Hafer soll das Auffinden der Ackerbohne erschweren und so die Eiablage verhindern.
– Ackerbohne + Saatplatterbse: Der Pollen der Platterbse könnte die Fruchtbarkeit der Käferweibchen reduzieren.
Zu Beginn erläuterte ein Fachspezialist den Lebenszyklus des Schädlings und den Versuchsaufbau.
Beim anschliessenden Feldrundgang zeigte sich:
– Im Mischanbau mit Hafer dominierte der Hafer trotz geringerer Aussaatmenge.
– Die Kombination Ackerbohne–Saatplatterbse bildete einen dichten Bestand mit deutlich weniger Unkrautdruck.
– Im Reinbestand Ackerbohne traten farbliche Unterschiede auf – verursacht durch variierende Knöllchenbakterien-Besiedlung.
Ein klarer Unterschied im Käferbefall war zum Zeitpunkt des Flurgangs noch nicht sichtbar. Jedoch stellte man später einen allgemein sehr kleinen Käferbefall fest, wodurch keine aussagekräftige Empfehlung gemacht werden kann. Auch Pilzprobleme, die im Vorjahr auftraten, blieben dieses Jahr aus.


Neu wurden im Versuchsfeld zwei Untersaatmischungen getestet – ausgebracht mithilfe einer präzisionsgesteuerten Agrardrohne. Das RTK-System ermöglicht exakte Flugbahnen und eine gleichmässige Aussaat quer zum Streifenversuch.
Untersaaten bieten grosses Potenzial:
– Erosionsschutz
– Förderung der Biodiversität
– Optionale Futternutzung
– Verbesserung der Bodenstruktur
Gleichzeitig bringen sie Herausforderungen mit sich. Entscheidend sind passende Mischungen, richtige Aussaatzeitpunkte, abgestimmte Pflegemassnahmen und geeignete Witterung. Die Teilnehmenden
wurden ermutigt, betriebsspezifische Lösungen auszuprobieren und Innovationen offen anzugehen.

Flurgang in Liechtenstein


Neben dem Flurgang in Weite, fand ein weiterer Flurgang in Liechtenstein statt. Dabei wurden Erfahrungen zwischen  Landwirten und Beratung ausgetauscht. Bei diesem Flurgang wurden Kichererbsen, Linsen-Gerste-Mischung, Soja- und Ackerbohnen besichtigt. Dabei wurde insbesondere auch das Absatzpotential von regionalen Eiweisspflanzen diskutiert.

Ausblick


Am 2.März 2026 findet am LZSG in Salez der Kurs «Proteinpflanzen entlang der Wertschöpfungskette im Rheintal» statt. Der Kurs zeigt auf, wie heimische Leguminosen – von Soja über Bohnen bis zu Lupinen – zur nachhaltigen Ernährung und regionalen Wertschöpfung beitragen. Fachleute aus Landwirtschaft, Forschung und Verarbeitung berichten über aktuelle Projekte, Marktentwicklungen und Finanzierungsmöglichkeiten.

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