Bio Weinbauring Rückblick

Veranstaltungen in Malans und Salez boten wertvolle Einblicke in aktuelle Herausforderungen, neue Erkenntnisse und zukunftsweisende Entwicklungen im biologischen Pflanzenschutz und bei PIWI Sorten. Praxis, Forschung und Beratung rückten eng zusammen – und zeigten, wie wichtig der offene Austausch für einen resilienten und innovativen Bio Weinbau bleibt.
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Erkenntnisse aus Malans

Der Bio‑Weinbauring zeigte im vergangenen Jahr erneut, wie wertvoll der fachliche Austausch im Weinbau ist. Winzerinnen und Winzer aus mehreren Kantonen sowie aus Liechtenstein trafen sich auf dem Weingut Markstaller in Malans, wo seit 2018 biologische Pflanzenschutzstrategien unter Praxisbedingungen getestet werden.

Die vorgestellten Versuche mit P23, Myco‑Sin‑Stulln, Cera Sulfur und Problad sowie unterschiedlichen Bodenbegrünungen boten praxisnahe Einblicke in Chancen und Grenzen biologischer Anwendungen. Fachpersonen von FiBL und Andermatt Biocontrol begleiteten den Anlass und zeigten auf, wie eng Forschung und Praxis heute zusammenarbeiten.

Deutlich wurde, dass biologische Mittel zwar Mittel zwar funktionieren, man aber ohne Kupfer und Schwefel in schwierigen Jahren nicht auskommt. Ihre Wirksamkeit ist jedoch stärker wetterabhängig und sie erfordern häufig mehr Behandlungen. Gleichzeitig schreitet die Entwicklung neuer Technologien – etwa präzise Applikationssysteme oder Elicitoren – spürbar voran. Auch die Entwicklung alternativer Mittel zu Kupfer und Schwefel werden laufend getestet.

Der Anlass zeigte eindrücklich, wie sehr die Branche vom offenen Dialog profitiert. Der Austausch endete traditionsgemäss bei einem Glas Wein im Rebberg.

Fachveranstaltung – Pflanzenschutz & neue PIWI‑Züchtungen

Die Veranstaltung am 3. Februar 2026 richtete sich an Bio‑Betriebe, Umstellbetriebe und weitere Interessierte und bot einen breiten Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bio‑Weinbau.

Im fachlichen Teil gab Linnéa Hauenstein (FiBL) einen Rückblick auf die vergangene Pflanzenschutzsaison. Sie zeigte auf, welche Herausforderungen besonders ins Gewicht fielen, welche Krankheiten wieder vermehrt Beachtung verdienen (wie zum Beispiel Black rot/Schwarzfäule) und wo in der Praxis Schwierigkeiten auftraten. Ein Ausblick auf die kommende Saison bot den Teilnehmenden wertvolle Orientierung.

Anschliessend präsentierte Agroscope neue PIWI‑Züchtungen, die in den kommenden Jahren auf den Markt kommen sollen. Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit, Mikrovinifikationen dieser neuen Sorten zu verkosten – eine seltene Gelegenheit, das Potenzial der Züchtungen bereits früh einzuschätzen.

Die Veranstaltung bot damit nicht nur praxisnahe Informationen, sondern auch einen inspirierenden Blick in die Zukunft des Bio‑Weinbaus.

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