Nach einem eher milden Winter begann der Austrieb im Jahr 2025 um ca. 10 Tage später als im Jahr 2024. Im Vergleich zu früheren Jahren aber immer noch sehr früh, Ende März.
Zum Glück wurden wir dann von grösseren Frostereignissen verschont und die Blüte der Birnbäume begann um Mitte April, die der Äpfel um den 20. April.
Ein Frühling/ Sommer mit genug Sonne und Regen zur rechten Zeit bescherte uns ein weiteres mal eine Grossernte im Bioapfelanbau.
Die Birnenernte und auch die Mostobsternte waren eher klein und können den Bedarf vor allem bei den Birnen nicht decken. Hier sind die Forschung und Beratung gefordert, uns die nötigen Instrumente und auch das Wissen zu generieren und zur Verfügung zu stellen.
Zum Glück hatte das versöhnlichere Wetter den gefürchteten Schorfpilz wieder etwas zurückgedrängt. Nach zwei sehr nassen Jahren waren wir froh, wieder vermehrt längere Zeitperioden zu haben, welche das Wachstum stoppten.
Die sehr grosse Ernte 2024 konnte leider nur schleppend verkauft werden und die Produzenten mussten grössere Aktionsrabatte gewähren, damit die Lagermengen dann im Sommer abverkauft wurden. Einzelne Sorten wurden direkt der industriellen Verarbeitung zugeführt, weil kein Platz mehr in den Regalen der Detailhändler war. Vor allem die robusten Sorten kamen unter Druck, Gala liess sich gut verkaufen.
Dazu kam ein Preiskampf der zwei orangen Riesen, welche die Verkaufspreise drückten, aber kaum mehr Absatz generierte.
Hier haben wir zum ersten Mal seit längerem die Grenzen des Verkaufsvolumen erreicht.
Die grösseren Flächenzunahmen der letzten Jahre haben sich in einem rekordhohen Lagerbestand von ca. 7500 Tonnen niedergeschlagen. Hier ist eine weitere Ausdehnung vor allem bei den Äpfeln nicht mehr gewünscht. Für Birnen hätte es aber sicher noch Platz.
Wir starteten das Bioring Jahr wieder mit der traditionellen Wintertagung am 7. Februar am Arenenberg. An der gut besuchten Veranstaltung waren ca. 40 Teilnehmer dabei und liessen sich über folgende Themen des Bioobstbaus berichten: Kupferbelastungen im Boden, Birnenanbau, Rimpro bei Birnen, Impressionen eines Bioobstbauers, Wildbienenförderung und Mauerbienenzucht. Marktgeschehen und Aktuelles aus der Beratung, rundeten die Veranstaltung ab.
Am 9. April waren wir zum erstem mal draussen bei Peter Rutishauser und Armin Germann in Amriswil. Die Themen drehten sich vor allem um die beginnende Pflanzenschutzsaison und das Marktgeschehen.
Am 20. Mai bei Henauers in Kesswil lernten wir den Umgang mit den Topcat Mäusefallen und die Lebensweise der Nagetiere besser kennen. Mäusebekämpfung ist ein Dauerthema eines Obstbauern. Weiter informierte uns Sonja Züst über die verschiedenen Wickler Arten und die dazugehörende Bekämpfungsstrategie.
Am 18. Juni waren wir bei Pascal Stacher in Egnach zu Besuch. Auf dem Betriebsrundgang staunten wir über das Beobachtungsgefühl von Pascal und wie er so die Schädlinge in einem Gleichgewicht mit Nützlingen hält. Fabian Baumgartner informierte über das Birnenprojekt am FIBL. Leider gibt es hier nicht so schnell direkte Resultate, wie wir es als Produzenten gerne hätten.
Am 14. August führte uns eine 1- tägige Exkursion zu Räss Wildbeeren in Benken ZH und am Nachmittag zum Fondlihof in Dietikon. Beides interessante Betrieb mit sehr unterschiedlichen Betriebsstrukturen und Philosophien.
Grossbetrieb versus solidarische Landwirtschaft.
An allen Veranstaltungen konnten wir immer zwischen 20-30 Personen begrüssen, das gibt uns Auftrieb, für 2026 wieder ein attraktives Programm zusammen zu stellen.
Am Abend des 29. Oktober trafen wir uns im Mausacker bei Hans Oppikofer zur
traditionellen Besprechung für die Anlässe 2026.
Ich schliesse meinen Jahresbericht mit dem Dank an meine Vorstandskollegen und Sonja Züst vom Arenenberg für die fachliche und organisatorische Unterstützung.
Berg im November 2026
Jörg Streckeisen
Obmann
Bio Obstbauring Ostschweiz ( BOR)



